Regeln

Regeln - P'achakuna



P’achakuna bringt dich auf eine Reise in das Herz der Anden. In P'achakuna agierst Du als Händler, der mit seinem treuesten Gefährten - seinem Lama - natürliche Farbstoffe ("Ressourcen") durch die sich ständig verändernde Gebirgswelt transportiert. Während sich der Spieler mit den weissen Lamas nur durch die grünen Täler bewegt, kann der Spieler mit den schwarzen Lamas nur über die kargen Berge klettern. Durch Drehen der Hexagons, entwickeln beide Spieler ihre ganz eigenen Wege. Als Händler machst Du nur dann Gewinn, wenn Du Ressourcen zu Dörfern mit hoher Nachfrage lieferst. Mit ersparten Ressourcen kann man weitere Lamas oder zusätzliche Rotationen zum Drehen der Geländefelder kaufen. Der Spieler, der zuerst alle 7 Ressourcen gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

Spielinhalt

6 Rahmenelemente

In jeder Ecke befindet sich ein Dorf

6 Lamas

3 pro Spieler, 2 Farben

54 Geländefelder

24 neutral, je 15 mehrheitlich Tal oder Gebirge

42 Nachfragen

Zweifarbig, werden in einem blickdichten Stoffbeutel aufbewahrt

1 Weisses Dorf

Für das Zentrum des Spielfelds

3 Felsen*

Zum Markieren rotierter Geländefelder

57 Ressourcen*

8 Stück pro Farbe, 7 Farben, 1 braune

1 Aufbauplan

Zum Aufbau des Spielfelds

* Der Vorrat an Ressourcen / Felsen ist unbegrenzt. Sollte er während des Spiels einmal ausgehen, nehmt einfach etwas anderes, um die fehlende Komponente zu repräsentieren.

Ziel des Spiels

In P‘achakuna agieren beide Spieler als Händler und transportieren zusammen mit ihrem Lama natürliche Farbstoffe und weisse Wolle durch die Anden. Wenn ihr diese Ressourcen an ein Dorf mit hoher Nachfrage liefert, dürft ihr eine kleine Menge des gefärbten Garns behalten. Wer zuerst alle 7 farbigen Garne gesammelt hat, kann sich eine eigene, farbenfrohe Tracht herstellen und gewinnt somit das Spiel.

Vorbereitung

Spielfeld

Das Spielfeld wird in der Mitte des Tisches aufgebaut. Der Rahmen wird aus den 6 Rahmenelementen zusammengesteckt. Das Spielfeld wird anhand des Aufbauplans zusammengesetzt (Variante A oder B). Der Aufbauplan wird dabei direkt als Unterlage verwendet, auf welcher die einzelnen Geländefelder platziert werden.

Für jedes Dorf wird aus dem Stoffbeutel eine zufällige Nachfrage gezogen und auf das dazugehörige Dorf platziert. Nachfragen dürfen dabei niemals die Farbe ihres Dorfs zeigen d.h. das rote Dorf hat niemals eine rote Nachfrage. Wird trotzdem eine solche Nachfrage gezogen, wird sie zurück in den Stoffbeutel gelegt und eine neue Nachfrage gezogen. Zu Beginn des Spiels darf zudem keine weisse Nachfrage ausliegen. Neben dem Spielfeld werden die Ressourcen als allgemeiner Vorrat bereitgelegt.

Spieler

Die Spieler entscheiden sich je für eine Farbe. Jeder Spieler erhält ein Lama seiner Farbe, welches auf dem mittleren, weissen Dorf mit einer weissen Ressource auf dem Rücken platziert wird. Die restlichen Lamas werden als Vorrat bereitgelegt.

Das weisse Lama bewegt sich nur durch die Täler, während sich das schwarze Lama nur im Gebirge fortbewegt.

Weiss beginnt. Schwarz erhält die eine braune Ressource, welche wie alle Ressourcen zum Einkaufen von Lamas bzw. zusätzliche Dreher verwendet werden darf.

Das Spiel

Die Spieler führen abwechselnd Züge durch, welche sich aus den folgenden, nacheinander stattfindenden Aktionen zusammensetzen:

1. Drehen

Der Spieler kann pro Zug ein einzelnes Geländefeld beliebig drehen (0-360°) d.h. dessen Ausrichtung verändern. Jede zusätzliche Drehung eines Geländefeldes kostet zwei Ressourcen aus dem persönlichen Vorrat. Geländefelder, welche von einem Lama besetzt sind, dürfen nicht gedreht werden.

Nach dem Drehen markiert der Spieler alle in diesem Zug gedrehten Geländefelder mit einem Felsen und entfernt alle schon ausliegenden Felsen. Solche rotierten und mit einem Felsen markierten Geländefelder dürfen vom Gegenspieler in seinem kommenden Zug nicht gedreht werden .

2. Gehen

Der Spieler muss jedes seiner Lamas mindestens ein Geländefeld fortbewegen, einzig auf Dörfern dürfen Lamas mehrere Züge rasten. Bei der Fortbewegung dürfen sich die Lamas zu jedem Geländefeld bzw. Dorf hinbewegen, das eine ununterbrochene Verbindung vom Standort des Lamas aufweist (unabhängig von der Distanz). Wird auf dem Weg jedoch ein Dorf durchquert, muss das betreffende Lama dort den Rest des Zugs rasten und darf nicht weiterbewegt werden.

Die Randelemente mit Ausnahme der Dörfer dürfen von keinem der Lamas betreten werden. Dörfer sind für beide Spieler begehbar und können von 6 Richtungen (mittleres Dorf) oder von 3 Richtungen (Dörfer auf den Randelementen) betreten werden.

Es dürfen sich gleichzeitig mehrere Lamas auf einem Dorf bzw. Geländefeld befinden.

3. Handeln

Mit jedem Lama, welches nach der Aktion «Gehen» auf einem Dorf rastet, kann der Spieler handeln, d.h. Ressourcen verkaufen und weitere Lamas kaufen.

Verkaufen:

Befindet sich ein Lama auf einem Dorf, dessen Farbe nicht gleich jener seiner Ressource ist, darf es diese nun verkaufen. Dabei werden drei Fälle unterschieden:

i. Weist ein Lama eine Ressource auf, welche auf der Nachfrage des Dorfes nicht abgebildet ist, kann es diese zwar verkaufen (d.h. die Ressource geht zurück in den allgemeinen Vorrat), erhält jedoch nichts als Gegenleistung. Die Nachfrage des Dorfs wird danach entfernt.

ii. Weist ein Lama eine Ressource auf, welche auf der kleineren/unteren Flagge der Nachfrage gezeigt wird, kann es diese verkaufen. Die gehandelte Ressource wird dem persönlichen Vorrat des Spielers hinzugefügt. Die Nachfrage des Dorfs wird danach entfernt.

iii. Weist ein Lama eine Ressource auf, welche auf der grösseren/oberen Flagge der Nachfrage gezeigt wird, kann es diese verkaufen und 2 Stück der gehandelten Ressource seinem persönlichen Vorrat hinzufügen. Die Nachfrage des Dorfs wird danach entfernt.

Da nach jedem Verkauf die Nachfrage eines Dorfs entfernt wird, kann ein Spieler in einem Dorf nur ein Mal pro Zug eine Ressource verkaufen.

Entfernte Nachfragen werden neben das Spielfeld gelegt und kommen nicht zurück in den Stoffbeutel.

Ersteht ein Spieler durch einen Handel eine Ressource, welche er noch nicht aufweist, steckt er diese in eine der 7 vor ihm liegenden Aussparungen. Weitere Ressourcen derselben Farbe legt der Spieler vor sich ab. Der persönliche Vorrat eines Spielers setzt sich sowohl aus den steckenden als auch aus den losen Ressourcen zusammen.

Einkaufen:

Im Austausch gegen 4 Ressourcen aus seinem persönlichen Vorrat kann ein Spieler ein weiteres Lama seiner Farbe kaufen. Das neue Lama wird auf jenes Dorf platziert, in welchem es gekauft wurde. Ein Spieler kann maximal 3 Lamas besitzen. Die Lamas werden unabhängig voneinander bewegt.

Auf Yucata.de werden je Lama nacheinander die Aktionen "Laufen", "Verkaufen" und "Einkaufen" ausgeführt (sofern sie möglich sind). D.h. nachdem das erste Lama gelaufen ist und ggf. eine Ressource verkauft oder ein weiteres Lama gekauft hat, kann das nächste Lama gewählt werden und mit ihm die Aktionen "Laufen", "Verkaufen" und "Einkaufen" ausgeführt werden.
Die Aktionen müssen pro Lama in dieser Reihenfolge ausgeführt werden. Wird eine Aktion übersprungen, kann sie mit diesem Lama später nicht mehr ausgeführt werden. Wird z.B. die Aktion "Verkaufen" ausgewählt, ohne dass vorher gelaufen wurde, kann das Lama danach nicht mehr bewegt werden.

4. Nachfüllen

Am Ende jedes Zuges werden fehlende Nachfragen durch zufälliges Ziehen erneuert, dabei wird wiederum die Regel beachtet, dass eine Nachfrage niemals die Farbe des zugehörigen Dorfs zeigen darf. Wenn der Stoffbeutel leer ist oder keine erlaubte Nachfrage mehr beinhaltet, werden alle schon verwendeten Nachfragen wieder dem Beutel beigegeben.

Zusätzlich stattet der Spieler nun alle seine Lamas welche vorgängig in einem Dorf ihre Ressource verkauft haben oder neu erstanden wurden, mit einer neuen, zur Farbe des Dorfs passenden Ressource aus.

Ende des Spiels

Der erste Spieler, welcher von jeder der sieben Ressourcen (braun ausgenommen) mindestens eine vor sich hat, gewinnt das Spiel. Ressourcen, welche noch von Lamas transportiert werden, zählen nicht dazu.

Anhang

Aufbaupläne:

Variante A

Variante B

Hintergrund:

„P‘achakuna“ bedeutet in Quechua, der Sprache der Anden, „Textilien“. Das Färben von Lama- und Alpakawolle mit natürlichen Farbstoffen hat in Peru und Bolivien eine lange Tradition, welche auch heute noch gelebt wird. Aus den gefärbten Garnen webt die lokale Bevölkerung ihre einzigartigen Trachten, die sich von Region zu Region unterscheiden. Die Menschen sind stolz auf ihre Herkunft und ihre farbenfrohe, mit gewobenen Mustern und Stickereien verzierte Kleidung. Die sieben Dörfer in P‘achakuna konzentrieren sich je auf die Herstellung eines natürlichen Farbstoffes.

Wolle von weissen Lamas, Schafen oder Alpakas dient als Grundstoff jedes farbigen Garns, wird aber auch ungefärbt verwendet. In Quechua wird die weisse Wolle „Yuraq Millma“ genannt. Auch die Farben Schwarz und Braun, „Yana“ and „Ch’unpi“ genannt, müssen nicht durch Färbung erzeugt werden, da sie ebenfalls als natürliche Wollfarben vorliegen.

Gelb, „Q‘ello“ genannt, wird aus den kugelförmigen Blüten des „Qolle“-Baums (Buddleja coriacea) hergestellt.

Die Farbe Orange, „Killmu“, wird aus Streifen der orangefarbenen Rinde des „Yanali“-Strauchs (Bocconia frutescens) erzeugt.

Cochenilleschildläuse (Dactylopius coccus), kleine Insekten, die auf Opuntien (Kakteen) leben, werden zerquetscht, um ein intensives Rot („Puka“) zu erhalten.

Die Farbe Violett, „Kulli“ genannt, entsteht aus violettem Mais (Maíz Morado).

Aus den Blättern der Indigopflanze (Indigofera tinctoria) wird ein intensives Blau („Anqas“) gewonnen.

Die Farbe Grün, „Q‘omer“ genannt, wird aus Blättern des „Ch‘illka“-Strauchs (Baccharis latifolia) gewonnen.

Diese breite Palette an natürlichen Farbstoffen zeigt eindrücklich die Kreativität und die Naturverbundenheit der Menschen dieser Region. Die Liste ist aber bei Weitem nicht vollständig. Jedes Tal kennt seine eigenen Farbstoffe, zusätzlich werden die Farben auch gemischt, um neue Farben oder dunklere/hellere Versionen zu erzeugen. Die mit diesem Wissen realisierten Farbvarianten sind beinahe unendlich.

Hinweise zur Bedienung

Zum Verkaufen der Ware muss die Ware auf dem Rücken des Lamas angeklickt werden. Sofern ein Verkauf möglich ist, wird die Ware kurz animiert.

Zum Kaufen einens Lamas muss eines der Lamas, das noch nicht im Spiel ist, angeklickt werden. Es bekommt eine Markierung sofern das Kaufen einens Lamas möglich ist.

Die bereits gezogenen Nachfragen können angesehen werden, indem dieses Symbol angeklickt wird.

Erhält ein Spieler beim Handeln eine oder mehrere Ressourcen, wird die gehandelte Ressource automatisch in die Aussparung gelegt, sofern dort noch keine Ressource dieser Farbe ist. Wenn schon eine Ressource dieser Farbe in der Aussparung liegt, werden die erhandelten Ressourcen automatisch der Hand zugefügt.

Die Zahl unter der Ressource auf der Hand gibt an, wieviel der Spieler von der Ware auf der Hand hat.

Beim Drehen von weiteren Feldern und beim Kaufen von weiteren Lamas werden die Ressourcen, die abgegeben werden müssen, automatisch von der Hand entfernt, sofern der Spieler genügend Ressourcen auf der Hand hat. Muss eine Ressource aus einer Aussparung abgegeben werden, kann der Spieler die Ressource wählen.

Die Felder sind folgendermaßen nummeriert: Die erste Reihe sind die 10-er Zahlen, die zweite Reihe die 20−er usw. Innerhalb der Reihen sind die Felder von links nach rechts durchnummeriert.